Gestern wurde hier nur von einem ganzseitigen Artikel in der “Presse” berichtet, doch auch andere österreichische Medien haben das Thema bereits aufgegriffen. Initialzündung scheint dabei das “ISPA Forum: Sperren im Internet – Wirksame Maßnahmen gegen Kinderpornografie im Netz?” gewesen zu sein. Ein Bericht von der Veranstaltung (inklusive Unterlagen der Redner) findet sich bei der ISPA.
Die “Computerwelt” berichtet recht kritisch über die Position von Harald Gremel (der Kriminalbeamte der in allen Medienberichtet die Rolle des Sperr-Befürworters einnimmt) und lässt Kritiker ausführlich zu Wort kommen. Interessant ist auch, dass Gremel anscheinend behauptet, 8 von 10 Kriminellen wüssten nicht, wie man Internetsperren umgehen könnte. Abgesehen davon dass er das unmöglich aus Erfahrung wissen kann (oder aus Studien die das untersuchen), weil es die einfach noch nicht gibt, denke ich nicht dass jemand der in der Lage ist, online Kinderpornographie zu finden (was nicht so leicht sein dürfte), zu blöd ist “Netzsperre umgehen” zu googlen.
Die “Oberösterreichischen Nachrichten” schließen ihren Bericht leider mit einer unkritischen Wiedergabe von Gremels Behauptungen. Allerdings geben sie auch kritischen Stimmen Platz.
Auch die “Wiener Zeitung” stellt die Argumente von Sperr-Befürwortern und -Kritikern gegenüber, wobei ich in diesem Artikel, wie ich zu meiner Schande gestehen muss, zum ersten Mal vom Verein für Internet-Benutzer Österreichs (VIBE), gehört habe, der ebenfalls zu den Kritikern der Zensurmaßnahmen gehört.
Ein sehr schöner Bericht findet sich bei Ö1, wo auch kritischen Informationen, wie der geringen Anzahl von “Kinderporno-Seiten” auf den Sperrlisten gegen Kinderpornographie in den nördlichen Staaten Europas, eingebaut wurden. Man hat offenbar Informationen über die deutsche Diskussion eingeholt, so wird etwa der Verein “MissbrauchsOpfer gegen InternetSperren (MOGIS)” erwähnt (ohne beim Namen genannt zu werden).
Andere Medien haben dafür überhaupt darauf verzichtet, eine andere Meinung als die des BKA zu berücksichtigen. “FORMAT” etwa schaltet praktisch ein nicht gekennzeichnetes Inserat unter dem Titel “Webfilter sind nur ein Hilfsmittel, aber eines, das auch bei uns funktionieren würde“. Auch bei “Vorarlberg Online” kommen kritische Stimmen nicht vor.



