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Mail an NR-Abgeordnete – Die Antwortquote ist schlecht

Am 19. Mai habe ich an Abgeordnete aller im Parlament vertretenen Parteien eine kurze E-Mail mit der Bitte, ihre Position, bzw. die ihrer Partei, zum Thema Internetsperren darzulegen (die meisten ÖVP-Abgeordneten bekamen meine Nachricht wegen eines Problemes mit deren Spamfilter erst am 24. Mai). Ich hatte nicht damit gerechnet, dass alle Abgeordneten antworten, auch nicht, das ich die Antworten besonders schnell erhalten würde. Aber das die Antwortquote so schlecht aussehen wird, hatte ich mir nicht gedacht. Im folgenden ein kurzer Überblick, nach Parteien geordnet:

SPÖ
Die Sozialdemokraten sind die einzige Parte von der ich keine Antwort bekommen habe. Da ich als SPÖ-Mitglied “meinen” Abgeordneten ein paar mal im Jahr schreibe, und eigentlich immer eine Antwort bekommen habe, halte ich es für möglich, dass die Mails in einem Filter hängen geblieben sind, aber ich, anders als bei den ÖVP-Mails, keine automatisierte Fehlermeldung bekommen habe. Werde dem daher nochmals nachgehen.

ÖVP
Wie gesagt, 5 Tage Guthaben im Vergleich zu allen anderen Parteien. Karin Hakl hat aber bereits kurz nachdem ich die Mails ausgeschickt hatte, geantwortet (siehe hier). Von den übrigen Abgeordneten habe ich noch keine Antwort erhalten.

FPÖ
Von HC Strache erhielt ich eine automatisierte Empfangsbestätigung, Harald Stefan hat als bisher einziger Abgeordneter geantwortet (siehe hier).

BZÖ
Das BZÖ hat mit zwei Abgeordneten die meisten Antworten übermittelt. Rainer Widmann (hier) und Stefan Petzner (hier) haben zurückgeschrieben.

Grüne
Von denen Grünen liegt eine Antwort vor, nämlich die von Albert Steinhauser (siehe hier).

Nun kann für diese niedrige Antwortquote selbstverständlich auch ins Treffen geführt werden, dass seit 19. Mai einerseits zwei “verlängerte” Wochenenden waren (inklusive dem jetzigen Pfingswochenende) und andererseits sehr viele Plenartage (und die wohl doch recht intensive Budget-Debatte) einfach dazu führen, dass die Antworten etwas länger ausbleiben. Auch möglich ist die Erklärung, das einige Abgeordnete mit der Materie schlicht nichts anfangen können, und nicht wissen, was sie zurückschreiben sollten. Oder sie wollen warten ob die Diskussion überhaupt “richtig” nach Österreich kommt und wie sich ihre Parteien dann positionieren; zwischen Zensur und Kinderpornographie populär zu manövrieren, klingt auf den ersten Blick ja recht schwierige (obwohl es eigentlich ja nur die Frage Zensur oder keine Zensur ist, den Kinderpornographen tut man damit ja nichts).

Ich hoffe jedenfalls das noch einige Antworten einlangen (vielleicht nach Pfingsten) und werde diese dann selbstverständlich sofort bloggen.

Tags: Abgeordnetenmail, BZÖ, FPÖ, Grüne, ÖVP, SPÖ

Reaktionen der österreichischen Blogsphäre

Aus Neugierde habe ich eben Mal nach Reaktionen auf den versuchten Import der Debatte um Internetsperren, speziell in österreichischen Blogs, gesucht (bei Twingly, Technorati und Google Blogsearch). Und da dachte ich mir, wieso nicht eine kleine Liste machen?

Webwork.onblog.at informierte gleich am 8. Mai über den Initiativantrag im oberösterreichischen Landtag, ebenso Aarons b-blog, der gleich die zentralen Kritikpunkte mitlieferte. Zwei tage später berichtete straightrazorguy darüber, dass die oö Landesregierung sich dafür entschied, “es doch den Deutschen nachzumachen und den selben Schwachsinn bei uns aufzuziehen”. Am selben Tag berichtete auch The Flowers Are Gone über den aktuellen Stand der Dinge. Georg Holzer kritisierte die Politik in seiner Liste der Top 5 der analogen Dinosaurier und Fladi.at listete alle Landtagsabgeordneten die den Antrag unterschrieben hatten auf.

Am 15. Mai brachte ich dann “Internetsperren in Österreich” online. Tags darauf verbreitete Wissen belastet das hervorragende Argumentarium von Michael Eisenriegler und Gerald Bäck schrieb über die Kinderporno-Falle. JUKreiz berichtete ebenfalls über das Thema (und über diese Seite, was mich besonders freute :) ). Kurz danach brachte die österreichische Piratenpartei ihr Informationsportal “Internetzensur in Österreich” online, dass ich dann auch gleich als Feed in die Sidebar integriert habe.

Die bisher letzte Entwicklung war, dass sich die Grünen ganz offiziell von Internetsperren distanzierten, wie der Wiener Gemeinderat Marco Schreuder und straightrazorguy berichteten.

Hab ich Reaktionen, Initiativen, Proteste übersehen oder nicht gefunden? Vielleicht gibt es aber auch einfach (noch) nicht so viele Reaktionen, da das Thema ja doch nur im Vorfeld der Landtagswahlen in OÖ angegangen und bundespolitisch ignoriert wurde. Da herrscht momentan die EU-Wahl vor. Aber danach könnte es mit dem Thema Internetsperren vielleicht losgehen…

Tags: Blogsphäre, Web 2.0

Die Grünen sind gegen Internetsperren

Der Wiender Gemeinderat (und Web 2.0 Anwender) Marco Schreuder stellt dies eben in einem Blogeintrag klar. Er zitiert dabei aus einem Papier dass er vom Justizsprecher im Grünen Parlamentsklub, Albert Steinhauser, erhalten hat (Steinhauser ging bereits in seiner E-Mail-Antwort an Internetsperren.at auf Distanz zu Sperren). In diesem Papier heißt es unter anderem:

Die derzeit etwa in Deutschland diskutierten „Internetsperren“ gegen Seiten mit kinderpornographischen Inhalten stellen jedoch nach Meinung zahlreicher ExpertInnen keine geeignete Maßnahme dar, da sie sich leicht umgehen lassen und darüber hinaus die eigentliche Wurzel des Problems nicht bekämpfen.

Und weiters:

Durch die Schaffung von Sperrmöglichkeiten für Internetseiten besteht die Gefahr, dass stückweise ein System der Internetzensur begründet wird, welches mit den Grundrechten nicht vereinbar wäre.

Damit dürfte sich die Zustimmung der oberösterreichischen Grünen zum Initiativantrag, der die Landesregierung auffordert sich bei der Bundesregierung für Internetsperren einzusetzen, endgültig als politische Kurzschlussreaktion herausgestellt haben (bereits unmittelbar nach der Zustimmung gingen oö Grüne auf Distanz zu ihren Abgeordneten).

Tags: Grüne

“Kostenlose Kinderpornos interessieren uns nicht”

So ähnlich sieht es der österreichische Kriminalbeamte Harald Gremel, genau sagte er

An den unentgeltlich von Pädophilen verbreiteten Seiten sind wir gar nicht interessiert.

Das berichtet heise.de (via murdelta). Damit sind die Merkwürdigkeiten aber noch nicht zu Ende. So wird, obwohl dies immer wieder höchst erfolgreich funktioniert, erst gar nicht versucht, verbotenes Material aus dem Internet entfernen zu lassen, da die Server immer im Ausland stünden und österreichische Behörden dort nicht aktiv werden dürfen. Wobei, eine ausländische Behörde zu informieren, wohl nicht darunter fallen kann. Den die meisten Server auf denen Kinderpornographie gefunden wird, stehen in demokratischen Ländern in denen Kinderpornographie verboten ist. Dies wird aber ebenso negiert, wie das Kinderpornographie wohl keine große Industrie im Internet ist.

Tags: Kinderpornoindustrie

Mails an Abgeordnete: Tag 7

Heute ging die Antwort von Harald Stefan von der FPÖ ein:

Ihre Argumente gegen die Internetsperre für Kinderpornographie sind durchaus stichhaltig. Es ist immer zu überlegen, welche Einschränkungen der Freiheitsrechte zur Verbesserung der Kriminalitätsbekämpfung gerechtfertigt sind.
Meines Wissens gibt es innerhalb der FPÖ dazu noch keine eindeutige Meinung. Ich werde daher dieses Thema mit meinen Kollegen diskutieren.
Vielen Dank für Ihre Anregungen.

Damit ist die SPÖ die einzige Partei von der noch keine Antwort vorliegt.

Tags: Abgeordnetenmail, FPÖ